Mit einem Investitionsvolumen von zirka 22 Millionen Euro hat der Verlag Badisches Tagblatt GmbH (Baden-Baden) im Baden-Badener Gewebegebiet Oos-West eine Druckerei errichtet, die von dem hundertprozentigen Tochterunternehmen Badisches Druckhaus Baden-Baden GmbH betrieben wird. Nach etwa einjähriger Bauzeit hat das Unternehmen in der Nacht zum 15. Juli mit dem Druck der ersten Tageszeitungsausgabe den Regelbetrieb aufgenommen. Produziert werden dort die Produkte des Verlags (Badisches Tagblatt, Wochenjournal WO, WO am Sonntag und AUSZEIT), zusätzlich werden auch Fremdaufträge ausgeführt.

Bauherr des eigentlichen Gebäudes ist der Verlag, der den Bau dann an die hundertprozentige Tochter Badisches Druckhaus Baden-Baden vermietet hat. Dieses Unternehmen, das von BT-Mitgesellschafter Christoph Greiser als Geschäftsführer geleitet wird, ist auch Betreiber der Druckerei und zugleich Eigentümer der technischen Einrichtungen für den Druck- und Versandbereich. Als zweiter Mieter wird in Kürze auch die Firma TOP Presse-Service GmbH in den Neubau einziehen. Sie ist ebenfalls eine hundertprozentige Tochter des Verlags und für den Vertrieb der BT-Produkte sowie der Printerzeugnisse von Fremdkunden verantwortlich.

Gedruckt wird auf einer Commander CT des deutschen Herstellers Koenig & Bauer. In der Versandhalle kommt die Technik des schweizerischen Herstellers Ferag zum Einsatz. Dort werden Beilagen zugefügt und die Zeitungen in Paketen verpackt, die dann für den Transport zu den Austrägern, der Post, dem Presse-Großhandel oder an andere Ablagestellen bereitstehen. Zudem können dort Printprodukte geschnitten und geheftet werden.

Bemerkenswert ist die sogenannte "Wickeltechnik", die in Oos zum Einsatz kommt. Nachdem die Zeitungen/Wochenblätter in der Druckmaschine hergestellt worden sind, werden diese von den Greifern einer Transportkette aufgenommen und so in die Versandhalle transportiert. Dort können sie bei Bedarf auf großen Rollen aufgewickelt und zwischengelagert werden. Diese Zwischenlagerung sorgt dafür, dass die in vielen Druckereien noch direkt zusammenhängenden Prozesse beim Druck und im Versand zeitlich unabhängig voneinander ausgeführt werden können. Da der eigentliche Druck schneller als die Bestückung mit Beilagen abläuft, sorgt diese Technik für eine Optimierung der Arbeitsabläufe und eine Verkürzung der Druckzeiten.

Am 16. Juli erschien nach erfolgreicher Pilotausgabe die zweite Ausgabe des berufsbildenden Jugendmagazins "abgehn!" und das kombiniert mit eventähnlichen Promotion Aktionen.

Vor zwei Jahren starteten die Azubis das Projekt "abgehn!". Mit dem Vorsatz: "Von Azubis für zukünftige Azubis" machte sich das damals neunköpfige Team aus Auszubildenden und DH-Studenten an die Arbeit, kreierten eine sagenhafte erste Ausgabe und schufen so eine perfekte Vorlage für ihre Nachfolger, die Neulinge in der Medienwelt.

Der VSZV

Der Verband Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV) wurde 1953 als landesweite Interessenvertretung der Tageszeitungen in Baden-Württemberg gegründet. Ihm gehören heute 53 von 56 baden-württembergischen Tageszeitungsverlagen an. Zu den Hauptaufgaben des Verbandes gehört die Wahrnehmung der gemeinsamen beruflichen und wirtschaftlichen Interessen der Zeitungsverleger in Baden-Württemberg, also die Beratung und Information der Mitglieder in verlegerischen Fragen. Der Verband nimmt die sozialpolitischen und arbeitsrechtlichen Interessen seiner Mitglieder wahr und ist berechtigt, Tarifverträge mit den Tarifpartnern abzuschließen.

Der VSZV ist einer der größten Landesverbände innerhalb des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), in dem elf Landesverbände zusammengeschlossen sind. In Baden-Württemberg sind die meisten Verlage ansässig, und auch auflagenmäßig steht das Land nach dem bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen und dem flächenmäßig größeren Bundesland Bayern an dritter Stelle. Die Zeitungsstruktur im Südwesten zeichnet sich in besonderer Weise durch Vielfalt und Ausgewogenheit aus; die Presselandschaft wird geprägt durch die mittelgroße Heimatzeitung und nicht wie in anderen Bundesländern durch Zeitungen mit hohen Auflagen. Zur Eigenständigkeit und Vielfalt beigetragen haben nicht zuletzt etliche Kooperationen. Dies sind Zusammenschlüsse von sog. Mantellieferanten und Lokalzeitungen, die ihrerseits den Mantel beziehen.