Der "Mannheimer Morgen" hat eine eigene Satireseite in seinem Online-Auftritt "Morgenweb" gestartet. Die Rubrik "Morgengrauen – Satirisches aus Morgenland" nimmt Themen aus Mannheim und der Metropolregion Rhein-Neckar aufs Korn – und das mit Erfolg. Bereits der erste Morgengrauen-Artikel "Sensationsfund: Bauarbeiter entdeckt Siedlung "Ludwigshafen" unter hässlicher Hochstraße" wurde in den ersten Tagen über 60.000 Mal aufgerufen. Bei Facebook erreichte der entsprechende Post 230.000 Nutzer und wurde über 700 Mal geteilt.

"Neben seriösen und fundiert recherchierten Nachrichten aus Mannheim und der Metropolregion Rhein-Neckar ist uns ein unterhaltendes Element im Morgenweb wichtig", erklärt Matthias Schmeing, Leiter der Online-Redaktion. Die Artikel werden dabei klar als Satire gekennzeichnet, damit sie die Leser in den richtigen Kontext setzen können. "Reichweite erzielen wir mit unseren Satire-Beiträgen besonders über den Facebook-Auftritt des "Mannheimer Morgen". Wir merken, dass wir mit unseren Texten einen Nerv treffen", so Matthias Schmeing.

Im Streit um Nachbesserungen am gesetzlichen Mindestlohn hat Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) den Zeitungsverlegern Unterstützung zugesagt. Er könne sich vorstellen, dass die pauschale Sozialabgabe des Arbeitgebers für Zeitungsausträger gesenkt werde. "Wir sind für diesen Vorschlag aufgeschlossen", sagte Schmid am Freitag bei der Jahrestagung des Verbands Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV) in Pforzheim.

Die Verlage zahlen den Austrägern neben dem Mindestlohn von 8,50 Euro die Sozialabgabe und zumeist einen Nachtzuschlag, was sich laut VSZV auf 11,73 Euro in der Stunde summiert. Der Kompromissvorschlag sieht vor, dass geringfügig beschäftige Austräger steuerrechtlich wie haushaltsnahe Dienstleister, also etwa Putzfrauen, eingestuft werden. Dadurch würde die Sozialabgabe um mehr als die Hälfte sinken.

Der VSZV

Der Verband Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV) wurde 1953 als landesweite Interessenvertretung der Tageszeitungen in Baden-Württemberg gegründet. Ihm gehören heute 53 von 56 baden-württembergischen Tageszeitungsverlagen an. Zu den Hauptaufgaben des Verbandes gehört die Wahrnehmung der gemeinsamen beruflichen und wirtschaftlichen Interessen der Zeitungsverleger in Baden-Württemberg, also die Beratung und Information der Mitglieder in verlegerischen Fragen. Der Verband nimmt die sozialpolitischen und arbeitsrechtlichen Interessen seiner Mitglieder wahr und ist berechtigt, Tarifverträge mit den Tarifpartnern abzuschließen.

Der VSZV ist einer der größten Landesverbände innerhalb des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), in dem elf Landesverbände zusammengeschlossen sind. In Baden-Württemberg sind die meisten Verlage ansässig, und auch auflagenmäßig steht das Land nach dem bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen und dem flächenmäßig größeren Bundesland Bayern an dritter Stelle. Die Zeitungsstruktur im Südwesten zeichnet sich in besonderer Weise durch Vielfalt und Ausgewogenheit aus; die Presselandschaft wird geprägt durch die mittelgroße Heimatzeitung und nicht wie in anderen Bundesländern durch Zeitungen mit hohen Auflagen. Zur Eigenständigkeit und Vielfalt beigetragen haben nicht zuletzt etliche Kooperationen. Dies sind Zusammenschlüsse von sog. Mantellieferanten und Lokalzeitungen, die ihrerseits den Mantel beziehen.