Ralf-Dahrendorf-Preis für Lokaljournalismus verliehen

Verleger der Badischen Zeitung ehren saarländischen Journalisten

In Freiburg ist am 28.6.2011 erstmals der von den Verlegern der Badischen Zeitung, Wolfgang Poppen und Dr. Christian Hodeige, gestiftete Ralf-Dahrendorf-Preis verliehen worden. Mit dem ersten Preis und 5000 Euro ausgezeichnet wurde der Lokalredakteur Nico Laskowski für seinen Beitrag "Stadtrat setzt Geheimgutachten matt" in der Saarbrücker Zeitung. Darin schildert er das unheilvolle Wirken externer Sachverständiger und ihr Scheitern im Gemeinderat. Platz 2 und 3000 Euro gingen an Nico Wendt von der Torgauer Zeitung für eine Serie, in der er den Kampf einer kleinen Gemeinde gegen ihre Bürgermeisterin begleitet. Mit Platz 3 und 2000 Euro Preisgeld wurde Jens Meifert von der Kölnischen Rundschau prämiert, der in seinem Text "Der Bus, die Haltestelle und die Bürger" die Geschichte eines Ortstermins erzählt, in der das zähe Ringen um kleine Fortschritte in der Kommunalpolitik thematisiert wird.

Zeitungsverleger planen Qualitätssiegel für die Schule

Valdo Lehari jun. bleibt VSZV-Vorsitzender – Tagung in Freiburg

Bei der Jahrestagung des VSZV am 5. Mai 2011 in Freiburg wurde Valdo Lehari jun., Verleger des Reutlinger General-Anzeiger, einstimmig für weitere zwei Jahre im Amt des Vorsitzenden bestätigt. Stellvertretende Vorsitzende bleiben Dr. Christine Bechtle-Kobarg (Eßlinger Zeitung) und Dr. Björn Jansen (Mannheimer Morgen). Die baden-württembergischen Zeitungsverleger diskutierten bei der von der Badischen Zeitung ausgerichteten Veranstaltung über digitale Herausforderungen und beschlossen die Einführung eines Qualitätssiegels für die schulische Arbeit der Tageszeitungen. Neu im Vorstand ist Dr. Kurt Sabathil (Schwäbische Zeitung).

In seinem Rechenschaftsbericht umriss der VSZV-Vorsitzende die Schwerpunkte der Verbandsarbeit auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene und stellte sowohl der politischen Arbeit des VSZV, seinen Aktivitäten im Bereich der Tarifpolitik als auch seinem Engagement für die berufliche Aus- und Fortbildung ein hervorragendes Zeugnis aus. Kritik äußerte er an den Ergebnissen der sog. Drei-Stufen-Tests zu den Online-Angeboten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Der VSZV

Der Verband Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV) wurde 1953 als landesweite Interessenvertretung der Tageszeitungen in Baden-Württemberg gegründet. Ihm gehören heute 53 von 56 baden-württembergischen Tageszeitungsverlagen an. Zu den Hauptaufgaben des Verbandes gehört die Wahrnehmung der gemeinsamen beruflichen und wirtschaftlichen Interessen der Zeitungsverleger in Baden-Württemberg, also die Beratung und Information der Mitglieder in verlegerischen Fragen. Der Verband nimmt die sozialpolitischen und arbeitsrechtlichen Interessen seiner Mitglieder wahr und ist berechtigt, Tarifverträge mit den Tarifpartnern abzuschließen.

Der VSZV ist einer der größten Landesverbände innerhalb des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), in dem elf Landesverbände zusammengeschlossen sind. In Baden-Württemberg sind die meisten Verlage ansässig, und auch auflagenmäßig steht das Land nach dem bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen und dem flächenmäßig größeren Bundesland Bayern an dritter Stelle. Die Zeitungsstruktur im Südwesten zeichnet sich in besonderer Weise durch Vielfalt und Ausgewogenheit aus; die Presselandschaft wird geprägt durch die mittelgroße Heimatzeitung und nicht wie in anderen Bundesländern durch Zeitungen mit hohen Auflagen. Zur Eigenständigkeit und Vielfalt beigetragen haben nicht zuletzt etliche Kooperationen. Dies sind Zusammenschlüsse von sog. Mantellieferanten und Lokalzeitungen, die ihrerseits den Mantel beziehen.