Im Streit um Nachbesserungen am gesetzlichen Mindestlohn hat Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) den Zeitungsverlegern Unterstützung zugesagt. Er könne sich vorstellen, dass die pauschale Sozialabgabe des Arbeitgebers für Zeitungsausträger gesenkt werde. "Wir sind für diesen Vorschlag aufgeschlossen", sagte Schmid am Freitag bei der Jahrestagung des Verbands Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV) in Pforzheim.

Die Verlage zahlen den Austrägern neben dem Mindestlohn von 8,50 Euro die Sozialabgabe und zumeist einen Nachtzuschlag, was sich laut VSZV auf 11,73 Euro in der Stunde summiert. Der Kompromissvorschlag sieht vor, dass geringfügig beschäftige Austräger steuerrechtlich wie haushaltsnahe Dienstleister, also etwa Putzfrauen, eingestuft werden. Dadurch würde die Sozialabgabe um mehr als die Hälfte sinken.

Am Samstag, 25.4.2015, überraschte die Heilbronner Stimme ihre Leser im Wochenendmagazin mit einer vierseitigen herausnehmbaren Wanderkarte. Sie ist der Abschluss eines crossmedialen Projekts: Die Redakteure André Hatos und Daniel Stahl sind zwölf Tage lang rund um das Verbreitungsgebiet von Heilbronner Stimme, Hohenloher Zeitung und Kraichgau Stimme gewandert. 358 Kilometer haben sie zu Fuß zurückgelegt bei ihrer Tour um den Landkreis Heilbronn und um den Hohenlohekreis.

Die Wanderung begann als Online-Projekt. In einem Live-Blog erlebten Leser die Tour zwölf Tage lang auf www.stimme.de und sahen viele Fotos sowie Videos von unterwegs. Der Blog diente außerdem der Leser-Bindung. User posteten Wege-Tipps und Hinweise auf Sehenswürdigkeiten, die Wanderer griffen die Ideen auf. Für die beiden Redakteure gab es über den Blog auch viele private Einladungen zu einem Kuchen, zu einem Erfrischungsgetränk und sogar zu einer Übernachtung. Täglich wurde zudem in Print über die Wanderung berichtet.

Der VSZV

Der Verband Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV) wurde 1953 als landesweite Interessenvertretung der Tageszeitungen in Baden-Württemberg gegründet. Ihm gehören heute 53 von 56 baden-württembergischen Tageszeitungsverlagen an. Zu den Hauptaufgaben des Verbandes gehört die Wahrnehmung der gemeinsamen beruflichen und wirtschaftlichen Interessen der Zeitungsverleger in Baden-Württemberg, also die Beratung und Information der Mitglieder in verlegerischen Fragen. Der Verband nimmt die sozialpolitischen und arbeitsrechtlichen Interessen seiner Mitglieder wahr und ist berechtigt, Tarifverträge mit den Tarifpartnern abzuschließen.

Der VSZV ist einer der größten Landesverbände innerhalb des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), in dem elf Landesverbände zusammengeschlossen sind. In Baden-Württemberg sind die meisten Verlage ansässig, und auch auflagenmäßig steht das Land nach dem bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen und dem flächenmäßig größeren Bundesland Bayern an dritter Stelle. Die Zeitungsstruktur im Südwesten zeichnet sich in besonderer Weise durch Vielfalt und Ausgewogenheit aus; die Presselandschaft wird geprägt durch die mittelgroße Heimatzeitung und nicht wie in anderen Bundesländern durch Zeitungen mit hohen Auflagen. Zur Eigenständigkeit und Vielfalt beigetragen haben nicht zuletzt etliche Kooperationen. Dies sind Zusammenschlüsse von sog. Mantellieferanten und Lokalzeitungen, die ihrerseits den Mantel beziehen.