Landesverdienstorden von Baden-Württemberg für Valdo Lehari jr.

"Eine Auszeichnung für die Zeitungsbranche in Baden-Württemberg"

Hohe Ehrung für Valdo Lehari jr.: Der Vorsitzende des Verbands Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV), Valdo Lehari jr., ist am Samstag, 28. April 2012, von Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet worden. Bei dem feierlichen Festakt im traditionsreichen Ordenssaal in Schloss Ludwigsburg würdigte Kretschmann die Verdienste des Verlegers des "Reutlinger General-Anzeiger" für die Zeitungs- und Medienbranche im Land und darüber hinaus.

Auch mit seinem Verlagshaus habe Lehari neben seinem äußerst erfolgreichen publizistischen und unternehmerischen Wirken "ein vorbildhaftes Zeichen" für soziales und gesellschaftliches Engagement gesetzt, sagte der Ministerpräsident in seiner Laudatio.

Jahrestagung des VSZV 2012 in Neckarsulm

Zeitungen erzielen hohe Reichweite trotz Auflagenverlusts

Am 23. April 2012 trafen sich die Mitglieder des VSZV auf Einladung der Heilbronner Stimme im Audi Forum in Neckarsulm zur 59. Jahrestagung. Am Vormittag fand die alljährliche Mitglieder-versammlung statt, gefolgt von einer Vortragsveranstaltung am Nachmittag, zu der sich auch Staatsministerin Silke Krebs und weitere prominente Mitglieder aus Wirtschaft und Politik einfanden. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einem wahrhaft "bezaubernden" Abendprogramm des Zauberer-Duos "Junge, Junge".

In seinem Rechenschaftsbericht umriss der VSZV-Vorsitzende und Verleger des Reutlinger General-Anzeiger, Valdo Lehari jun., die Schwerpunkte der Verbandsarbeit auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene. Im Hinblick auf aktuelle Entwicklungen in der Medienlandschaft kritisierte er das Gebaren von Google und schilderte den Streitstand in Sachen ARD-Tagesschau-App. Besonders betonte er die Notwendigkeit der Einführung eines Leistungsschutzrechts für Zeitungsverlage: "Ohne unsere Inhalte gibt es nichts, was in der digitalen Welt läuft."

Lehari sprach sich weiter vehement gegen die Absicht des Senders ProSiebenSat.1 aus, seine Werbeblöcke regional auseinanderzuschalten. Dies würde im umkämpften regionalen Werbemarkt zu deutlichen Einbrüchen führen, mit erheblichen Folgen für den Bestand aller lokalen und regionalen Medien.

Vor dem Hintergrund, dass täglich fast 63 Prozent der Baden-Württemberger über 14 Jahre eine Regionalzeitung zur Hand nehmen, könne von einer Zeitungskrise keine Rede sein, so Lehari. Neben den Printausgaben haben die Online-Informationsangebote der Verlage eine steigende Bedeutung. "Wir sind schon volle Kanne in der digitalen Welt angekommen", sagte Lehari. Die deutschen Verlage bieten aktuell 660 digitale Angebote. 25 Millionen Unique User besuchen bundesweit im Monat den Internetauftritt einer Zeitung. Die wirtschaftliche Lage der Blätter in Baden-Württemberg ist nach Einschätzung von Lehari weiterhin stabil. Die Aufrechterhaltung einer vielseitigen Zeitungslandschaft sei als Garant für die Meinungsvielfalt von enormer Wichtigkeit. Als Grundnahrung für die Demokratie müsse die Pressefreiheit immer wieder von Neuem verteidigt werden. Gefahren lauerten von innen und außen, so Lehari.

Der VSZV

Der Verband Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV) wurde 1953 als landesweite Interessenvertretung der Tageszeitungen in Baden-Württemberg gegründet. Ihm gehören heute 53 von 56 baden-württembergischen Tageszeitungsverlagen an. Zu den Hauptaufgaben des Verbandes gehört die Wahrnehmung der gemeinsamen beruflichen und wirtschaftlichen Interessen der Zeitungsverleger in Baden-Württemberg, also die Beratung und Information der Mitglieder in verlegerischen Fragen. Der Verband nimmt die sozialpolitischen und arbeitsrechtlichen Interessen seiner Mitglieder wahr und ist berechtigt, Tarifverträge mit den Tarifpartnern abzuschließen.

Der VSZV ist einer der größten Landesverbände innerhalb des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), in dem elf Landesverbände zusammengeschlossen sind. In Baden-Württemberg sind die meisten Verlage ansässig, und auch auflagenmäßig steht das Land nach dem bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen und dem flächenmäßig größeren Bundesland Bayern an dritter Stelle. Die Zeitungsstruktur im Südwesten zeichnet sich in besonderer Weise durch Vielfalt und Ausgewogenheit aus; die Presselandschaft wird geprägt durch die mittelgroße Heimatzeitung und nicht wie in anderen Bundesländern durch Zeitungen mit hohen Auflagen. Zur Eigenständigkeit und Vielfalt beigetragen haben nicht zuletzt etliche Kooperationen. Dies sind Zusammenschlüsse von sog. Mantellieferanten und Lokalzeitungen, die ihrerseits den Mantel beziehen.