Am 23. April 2012 trafen sich die Mitglieder des VSZV auf Einladung der Heilbronner Stimme im Audi Forum in Neckarsulm zur 59. Jahrestagung. Am Vormittag fand die alljährliche Mitglieder-versammlung statt, gefolgt von einer Vortragsveranstaltung am Nachmittag, zu der sich auch Staatsministerin Silke Krebs und weitere prominente Mitglieder aus Wirtschaft und Politik einfanden. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einem wahrhaft "bezaubernden" Abendprogramm des Zauberer-Duos "Junge, Junge".
In seinem Rechenschaftsbericht umriss der VSZV-Vorsitzende und Verleger des Reutlinger General-Anzeiger, Valdo Lehari jun., die Schwerpunkte der Verbandsarbeit auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene. Im Hinblick auf aktuelle Entwicklungen in der Medienlandschaft kritisierte er das Gebaren von Google und schilderte den Streitstand in Sachen ARD-Tagesschau-App. Besonders betonte er die Notwendigkeit der Einführung eines Leistungsschutzrechts für Zeitungsverlage: "Ohne unsere Inhalte gibt es nichts, was in der digitalen Welt läuft."
Lehari sprach sich weiter vehement gegen die Absicht des Senders ProSiebenSat.1 aus, seine Werbeblöcke regional auseinanderzuschalten. Dies würde im umkämpften regionalen Werbemarkt zu deutlichen Einbrüchen führen, mit erheblichen Folgen für den Bestand aller lokalen und regionalen Medien.
Vor dem Hintergrund, dass täglich fast 63 Prozent der Baden-Württemberger über 14 Jahre eine Regionalzeitung zur Hand nehmen, könne von einer Zeitungskrise keine Rede sein, so Lehari. Neben den Printausgaben haben die Online-Informationsangebote der Verlage eine steigende Bedeutung. "Wir sind schon volle Kanne in der digitalen Welt angekommen", sagte Lehari. Die deutschen Verlage bieten aktuell 660 digitale Angebote. 25 Millionen Unique User besuchen bundesweit im Monat den Internetauftritt einer Zeitung. Die wirtschaftliche Lage der Blätter in Baden-Württemberg ist nach Einschätzung von Lehari weiterhin stabil. Die Aufrechterhaltung einer vielseitigen Zeitungslandschaft sei als Garant für die Meinungsvielfalt von enormer Wichtigkeit. Als Grundnahrung für die Demokratie müsse die Pressefreiheit immer wieder von Neuem verteidigt werden. Gefahren lauerten von innen und außen, so Lehari.